Hebamme Gehalt: So viel verdienen Hebammen in Deutschland

Alle Infos zum Gehalt von Hebammen: Einstiegsgehalt, Durchschnitt, Entwicklung und Unterschiede nach Arbeitsmodell und Berufserfahrung

Mit der Arbeit in Kreißsaal und Geburtsstation geht viel Verantwortung einher. Entbindungspfleger und Hebammen unterstützen Frauen vor, während und nach der Entbindung und leisten damit einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwesen. Das Gehalt fällt gemessen an ihrer hohen Verantwortung eher niedrig aus, wie hier nachzulesen ist.

Kurzüberblick

Hebammen verdienen in Deutschland im Durchschnitt rund 4.000 bis 4.100 Euro brutto monatlich. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 3.100 bis 3.500 Euro, während erfahrene Hebammen über 4.300 Euro erreichen können. Das Einkommen hängt stark von Berufserfahrung, Tarifbindung, Region und Beschäftigungsform (angestellt oder freiberuflich) ab.

Gehalt angestellter Hebammen und Entbindungspfleger

Entbindungspfleger und Hebammen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, enthalten ein tariflich festgesetztes Gehalt laut dem TVöD-P. Die Höhe des Einkommens richtet sich in diesem Fall unter anderem nach der Qualifikation, der Berufserfahrung und dem Arbeitsort. Aufgrund von Zuschlägen für Nachtschichten, Wochenendarbeit oder Feiertagsdiensten kann das tatsächlich gezahlte Bruttogehalt einer Hebamme jedoch noch deutlich über den aufgeführten Beträgen liegen. 

Für den Berufseinstieg nach der dreijährigen Ausbildung ist für Hebammen und Entbindungspfleger eine Einstufung in die Entgeltgruppe P8 vorgesehen. Da es dort keine Stufe 1 gibt, steigen sie direkt in die Stufe 2 ein und bekommen somit ein Einstiegsgehalt von circa 3.500 Euro brutto im Monat. Mit der Zeit und somit auch mit der wachsenden Berufserfahrung steigt das Gehalt in diesr Eingruppierung auf mehr als 4.200 Euro an.

Eine festangestellte Hebamme verdient somit in Vollzeit zwischen 42.000 und 51.000 Euro pro Jahr zuzüglich der Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten. Aufgrund der hohen Belastung und der nicht gerade rosigen Arbeitsbedingungen entscheiden sich jedoch die meisten Entbindungspfleger für einen Teilzeitjob. Dadurch fällt das Einkommen in vielen Fällen deutlich niedriger aus.

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit hat für Hebammen ein mittleres Gehalt von 4.079 Euro ermittelt. Die Hälfte aller in Deutschland arbeitenden Hebammen verdient zwischen 3.516 und 4.600 Euro pro Monat.

Laut dem aktuellen Tarifvertrag TVÖD sollen Hebammen künftig in P11 eingruppiert werden. Das würde ein neues Einstiegsgehalt von 4.174 Euro pro Monat bedeuten (Stand 2025).

Freiberufliche Hebammen: mehr Gehalt, höheres Risiko

Wie viel freiberufliche Hebammen und Entbindungspfleger verdienen, ist schwer zu ermitteln. Der Verdienst richtet sich hierbei nach der Anzahl der Aufträge und der Art der Leistung. Die Vergütung erfolgt nach festgelegten Sätzen der Krankenversicherungen oder die Hebamme rechnet ihre Leistungen privat ab.

Als Tätigkeitsfelder für eine Freiberuflichkeit empfehlen sich:

  • die Geburtsvorbereitung,
  • die Geburtshilfe (Leitung natürlicher Geburten),
  • die Nachsorge (Betreuung von Müttern und Säuglingen während der ersten Wochen nach der Entbindung),
  • Familienbetreuung (Begleitung von Müttern und Säuglingen bis Ende des ersten Lebensjahres, wenn medizinische, gesundheitliche oder soziale Risiken vorliegen),
  • beratende Hilfe (z. B. zu Themen wie Stillen und Beikost).

Der GKV-Spitzenverband nennt für eine außerklinische Geburt ohne Komplikationen eine Vergütung von rund 1.800 bis 2.200 Euro pro Geburt. Für die Rufbereitschaft werden zusätzlich etwa 300 bis 700 Euro berechnet (je nach Region und Vereinbarung). Das tatsächliche Einkommen freiberuflicher Hebammen variiert stark und kann – je nach Auslastung – monatlich bei etwa 3.000 bis 6.000 Euro brutto oder darüber liegen.

Zu berücksichtigen sind jedoch hohe Kosten, insbesondere für die Berufshaftpflichtversicherung, die aktuell bei etwa 6.000 bis 10.000 Euro pro Jahr liegen kann.

FAQ zum Hebammen-Gehalt

Das durchschnittliche Gehalt liegt bei rund 4.000 Euro brutto pro Monat. Je nach Quelle und Datensatz variiert der Median zwischen etwa 3.800 und 4.300 Euro.

Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt auf etwa 3.900 bis 4.300 Euro und kann in spezialisierten oder leitenden Positionen noch darüber liegen.

Ja. Angestellte Hebammen haben ein stabiles Tarifgehalt, während freiberufliche Hebammen je nach Auftragslage oft höhere, aber schwankende Einnahmen erzielen. 

Gerade alternative Arbeitsformen bieten oft die Möglichkeit, das Einkommen über das klassische Tarifniveau hinaus zu steigern.

Bildquelle: iStock.com/Doucefleur