Alle Facharztrichtungen auf einen Blick

Von Allgemeinmedizin bis Urologie

Der Weg zum Arzttitel startet für alle gleich: mit dem Studium der Humanmedizin. Doch kaum halten die Kommilitonen ihre Approbation in den Händen, trennen sich ihre Karrierewege in 33 Fachgebiete. Einen Überblick zu allen Facharztrichtungen, dem jeweiligen Berufsbild, der jeweiligen Facharztausbildung sowie zum Gehalt als Arzt haben wir hier zusammengefasst. Von A wie Allgemeinmedizin bis U wie Urologie.

Überblick über alle Facharztrichtungen

Manche angehenden Mediziner wissen bereits zu Beginn des Studiums, für welche Fachrichtung sie sich später entscheiden werden. Anderen fällt die Wahl der Facharztrichtung trotz der im Studium gewonnenen Einblicke in viele der medizinischen Fachrichtungen schwer. So oder so sollten frisch Approbierte gut über die Wahl des medizinischen Fachgebietes nachdenken und sich fragen: Welche Interessen und Fähigkeiten sind vorhanden? Wie viel Patientenkontakt ist gewünscht und wie intensiv sollte er sein? Welche Rolle spielt der Verdienst bei der Wahl der Facharztrichtung?

Die Auswahl ist immens, die Unterschiede auch: Die Bundesärztekammer listet in ihrer Musterweiterbildungsordnung (MWBO, Fassung vom 03.07.2026) 33 Gebiete mit insgesamt 51 Facharztkompetenzen auf. Manche Gebiete teilen sich nochmals in mehrere Facharzttitel auf, wie etwa die Chirurgie (acht eigenständige Facharzttitel, z. B. Gefäßchirurgie, Herzchirurgie oder Kinder- und Jugendchirurgie) oder die Innere Medizin (zehn Facharzttitel, z. B. Kardiologie, Gastroenterologie oder Infektiologie). Wer nach dem Facharzt noch tiefer spezialisieren möchte, kann eine von 19 Schwerpunkt-Kompetenzen erwerben, etwa die Neonatologie als Schwerpunkt innerhalb der Kinder- und Jugendmedizin oder die Gynäkologische Onkologie innerhalb der Frauenheilkunde. Zusätzlich gibt es 48 ärztliche Zusatz-Weiterbildungen wie Notfallmedizin oder Palliativmedizin, die unabhängig vom Fachgebiet erworben werden können.

Für jeden Facharzttitel müssen die MedizinerInnen erneut vier bis sechs Jahre lernen. Im Anschluss an die Facharztausbildung stehen völlig unterschiedliche Berufsbilder, deren Arbeitsalltag und Wissen nicht miteinander vergleichbar sind. Umso wichtiger ist es, dass Ärztinnen und Ärzte die Entscheidung für eine Facharztrichtung mit Bedacht treffen.

51 Facharztrichtungen 
Facharzt für AllgemeinmedizinFacharzt für Laboratoriumsmedizin
Facharzt für AllgemeinchirurgieFacharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
Facharzt für AnästhesiologieFacharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Facharzt für AnatomieFacharzt für Neurochirurgie
Facharzt für ArbeitsmedizinFacharzt für Neurologie
Facharzt für AugenheilkundeFacharzt für Neuropathologie
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologie)Facharzt für Nuklearmedizin
Facharzt für GefäßchirurgieFacharzt für Öffentliches Gesundheitswesen
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO)Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Facharzt für Haut- und GeschlechtskrankheitenFacharzt für Pathologie
Facharzt für HerzchirurgieFacharzt für Klinische Pharmakologie
Facharzt für HumangenetikFacharzt für Pharmakologie und Toxikologie
Facharzt für Hygiene und UmweltmedizinFacharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie
Facharzt für Innere Medizin (Internist)Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Facharzt für Innere Medizin und AngiologieFacharzt für Physiologie
Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und DiabetologieFacharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Facharzt für Innere Medizin und GastroenterologieFacharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und OnkologieFacharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Facharzt für Innere Medizin und InfektiologieFacharzt für Radiologie
Facharzt Innere Medizin und KardiologieFacharzt für Rechtsmedizin
Facharzt für Innere Medizin und NephrologieFacharzt für Radioonkologie und Strahlentherapie (bis 2026 Facharzt für Strahlentherapie)
Facharzt für Innere Medizin und PneumologieFacharzt für Thoraxchirurgie
Facharzt für Innere Medizin und RheumatologieFacharzt für Transfusionsmedizin
Facharzt für Kinder- und JugendchirurgieFacharzt für Urologie
Facharzt für Kinder- und JugendmedizinFacharzt für Viszeralchirurgie
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie 
48 Zusatzbezeichnungen für Fachärztinnen und Fachärzte 
Ärztliches QualitätsmanagementMedikamentöse Tumortherapie
AkupunkturMedizinische Informatik
AllergologieNaturheilverfahren
AndrologieNotfallmedizin
Balneologie und Medizinische KlimatologieNuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen
BetriebsmedizinPalliativmedizin
DermatopathologiePhlebologie
DiabetologiePhysikalische Therapie
ErnährungsmedizinPlastische und Ästhetische Operationen
FlugmedizinProktologie
GeriatriePsychoanalyse
Gynäkologische Exfoliativ-ZytologiePsychotherapie
HämostaseologieRehabilitationswesen
HandchirurgieRöntgendiagnostik für Nuklearmediziner
ImmunologieSchlafmedizin
InfektiologieSexualmedizin
IntensivmedizinSozialmedizin
Kardiale MagnetresonanztomographieSpezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH)
Kinder- und Jugend-OrthopädieSpezielle Kinder- und Jugend-Urologie
Klinische Akut- und NotfallmedizinSpezielle Schmerztherapie
Klinische PalliativmedizinSportmedizin
KrankenhaushygieneSuchtmedizinische Grundversorgung
MagnetresonanztomographieTransplantationsmedizin
Manuelle MedizinTropenmedizin
19 Schwerpunkt-KompetenzenBaut auf Facharzt/Gebiet auf
Orthopädische RheumatologieOrthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle Orthopädische ChirurgieOrthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle UnfallchirurgieOrthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle ViszeralchirurgieViszeralchirurgie
Gynäkologische Endokrinologie und ReproduktionsmedizinFrauenheilkunde und Geburtshilfe
Gynäkologische OnkologieFrauenheilkunde und Geburtshilfe
Spezielle Geburtshilfe und PerinatalmedizinFrauenheilkunde und Geburtshilfe
Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -DiabetologieKinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugend-GastroenterologieKinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugend-Hämatologie und -OnkologieKinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugend-KardiologieKinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugend-NephrologieKinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugend-PneumologieKinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugend-RheumatologieKinder- und Jugendmedizin
NeonatologieKinder- und Jugendmedizin
NeuropädiatrieKinder- und Jugendmedizin
Forensische PsychiatriePsychiatrie und Psychotherapie
Kinder- und JugendradiologieRadiologie
NeuroradiologieRadiologie

Hinweis: Diese Tabelle zeigt alle 51 aktuell anerkannten Facharzttitel. Das frühere Facharztgebiet Biochemie ist entfallen; innerhalb einzelner Facharztgebiete lassen sich zusätzlich Schwerpunkte erwerben, etwa die Neonatologie oder die Neuropädiatrie innerhalb der Kinder- und Jugendmedizin, die Gynäkologische Onkologie innerhalb der Frauenheilkunde oder die Neuroradiologie innerhalb der Radiologie (Bundesärztekammer, MWBO, Fassung vom 03.07.2026).

Die beliebtesten Facharzt­richtungen

Die mit Abstand beliebteste Fachrichtung unter Ärztinnen und Ärzten ist die Innere Medizin. In diesem medizinischen Fachgebiet arbeiten nach der aktuellen Ärztestatistik der Bundesärztekammer (Stand 31.12.2025) rund 64.900 berufstätige Ärztinnen und Ärzte. Auf dem zweiten Rang der begehrtesten Fachgebiete folgt die Allgemeinmedizin mit rund 45.900 Medizinerinnen und Medizinern. Die Chirurgie belegt den dritten Platz mit rund 42.500 Fachärztinnen und Fachärzten. Rund 28.800 Mediziner arbeiten als Facharzt für Anästhesiologie, knapp 20.000 als Facharzt bzw. Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Die Plätze sechs bis zehn belegen die medizinischen Fachrichtungen Kinder- und Jugendmedizin (rund 17.650), Psychiatrie und Psychotherapie (rund 13.570), Neurologie (rund 10.540), Radiologie (rund 10.370) und Augenheilkunde (rund 8.430) (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025). Die Neurologie hat damit in den letzten Jahren sowohl die Radiologie als auch die Augenheilkunde überholt.

Den Weg zum Wunsch-Facharzttitel beschreiben wir im Ratgeber Ärztliche Weiterbildung.

Diese medizinischen Fachrichtungen bevorzugen Frauen

Die Zahl der Ärztinnen wächst seit Jahren – seit 2024 stellen Frauen erstmals die Mehrheit der berufstätigen Ärzteschaft in Deutschland (Bundesärztekammer, Ärztestatistik 2024). Die meisten Ärztinnen arbeiten in der Allgemeinmedizin und in der Inneren Medizin. In der Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist der Ärztinnenanteil bei neuen Facharztanerkennungen mit rund 83 Prozent besonders hoch, ähnlich hoch liegt er in der Kinder- und Jugendmedizin (rund 73 Prozent) und der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025). Zu den Fachrichtungen mit ebenfalls hohem Frauenanteil zählen zudem die Psychiatrie, die Augenheilkunde, die Neurologie sowie die Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie).

Fachkräftemangel vs. Fachkräfteüberschuss

Seit Jahren steigt die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland an, jedoch nicht schnell genug, um den vorherrschenden Fachärztemangel auszugleichen. Was schlecht für die alternde Gesellschaft ist, beflügelt die Jobaussichten für Ärzte. Die tatsächlichen Berufschancen und die Nachfrage nach Fachärzten hängen jedoch stark von der Fachrichtung und vor allem von der regionalen Lage ab.

Auf dem Land ist der Fachärztemangel weitaus größer als in der Stadt. Am Beispiel Landshut betrachtet gibt es in der Stadt Landshut deutlich mehr HNO-Ärzte pro 100.000 Einwohner als im umliegenden Landkreis; ähnlich sieht es bei Kinderärzten aus. Besonders schwierig wird für die Bewohner des Landshuter Landkreises die Suche nach einem Orthopäden oder einem Neurologen. Der Fachärztemangel in ländlichen Gebieten hat zur sogenannten Landarztquote geführt. Hierbei können Bundesländer Teile der Studienplätze an die Auflage koppeln, dass die Studenten später als Hausarzt in unterversorgten Gebieten tätig werden.

Hinweis: Die folgende Tabelle zur Zahl der Bewerber je offener Stelle stammt aus einer Auswertung von 2018 und ist damit mehrere Jahre alt. Sie vermittelt weiterhin eine grobe Tendenz, welche Fachrichtungen strukturell unterbesetzt sind, sollte aber nicht als aktueller Marktstand missverstanden werden.

FacharztrichtungBewerber auf offene Stellen

Hygiene- und Umweltmedizin

10,5

Psychosomatische Medizin

11,6

Geriatrie

11,8

Öffentliches Gesundheitswesen

12,6

Gastroenterologie

13,3

Pneumologie

16,7

Psychiatrie

19

Kinder- und Jugendpsychiatrie

20,1

Kardiologie

20,2

Plastische Chirurgie

21,7

Diese Fachärzte verdienen am meisten

Bei der Wahl der medizinischen Fachrichtung lohnt sich neben dem Blick auf die Berufschancen auch ein Blick auf das Gehalt und die damit verbundenen Entgelttabellen. Während der Facharztausbildung sowie für angestellte Ärzte in kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken gelten Tarifverträge. Hier richtet sich die Bezahlung nach der Position, der Erfahrung und eventuell nach den Arbeitszeiten. Lesen Sie hier alles über das Gehalt eines Assistenzarztes und hier alles zum Facharzt-Gehalt.

Alle Ärzte-Tarifverträge und Gehälter im Überblick haben wir hier zusammengefasst.

Bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sind die Unterschiede je nach Fachrichtung enorm. Der durchschnittliche Reinertrag je Arztpraxis lag laut Statistischem Bundesamt (Destatis) im Jahr 2023 im Mittel bei rund 310.000 Euro, im Median bei rund 219.000 Euro. Mit Abstand am höchsten liegt der Reinertrag in der Fachgruppe Radiologie, Nuklearmedizin und Radioonkologie/Strahlentherapie: Hier erreichte der Reinertrag je Praxis 2023 im Median rund 830.000 Euro (Destatis, 2023). Wichtig für die Einordnung: Dieser Wert bezieht sich auf den Reinertrag je Praxis, nicht automatisch auf das persönliche Einkommen je Arzt oder Ärztin – bei Gemeinschaftspraxen und MVZ teilen sich mehrere Personen diesen Betrag, zudem sind Investitionen in die aufwendige Gerätetechnik dieser Fachrichtungen bereits ein wesentlicher Kostenfaktor.

Deutlich darunter liegen Augenärzte und Orthopäden. Hausärzte verdienen demgegenüber spürbar weniger, Neurologen und Psychiater liegen ebenfalls im unteren Bereich der Fachgruppen-Rangliste (Destatis, 2023).

Informationen zum Gehalt niedergelassener Ärzte haben wir hier zusammengefasst.

Bildquellen (von oben nach unten): iStock.com/Peopleimages, iStock.com/gilaxia, iStock.com/Ridofranz

Letzte Aktualisierung: August 2026