Weiterbildung Arbeitsmedizin – Weg zum Facharzt/zur Fachärztin

Facharzt für Arbeitsmedizin

Die Weiterbildung zum Facharzt/zur Fachärztin für Arbeitsmedizin vermittelt ärztliches Wissen zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken, zur arbeitsmedizinischen Betreuung und betrieblichen Gesundheitsförderung. Sie dauert in der Regel 24–36 Monate, kombiniert klinische Praxis, Vorsorgeuntersuchungen und Beratungskompetenzen. ArbeitsmedizinerInnen sind 2026 zunehmend gefragt – sowohl in Unternehmen als auch in arbeitsmedizinischen Diensten und Gesundheitszentren.

Umfang und Dauer der Weiterbildung zum Facharzt Arbeitsmedizin

Die Weiterbildung in der Arbeitsmedizin umfasst in der Regel 24 bis 36 Monate und kann modular aufgebaut sein:

  • Arbeitsmedizinische Praxisphasen
  • Vorsorgeuntersuchungen & Risikoanalysen
  • Beratung und Prävention
  • Arbeitsmedizinische Einsätze in Betrieben
  • Rechtliche Grundlagen des Arbeitsschutzes
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Weiterbildung erfolgt bei anerkannten Weiterbildungsanbietern wie arbeitsmedizinischen Diensten, betriebsärztlichen Einrichtungen oder in Kombination mit klinischen Fachbereichen.

Hinweis: Die konkrete Dauer kann je nach Landesärztekammer und Vorbildung variieren. Bitte informieren Sie sich bei der zuständigen Weiterbildungsbehörde über verbindliche Anforderungen.

Für Fachärztinnen und Fachärzte anderer Richtungen besteht die Möglichkeit, sich durch eine Zusatzausbildung zur Ärztin oder zum Arzt für Betriebsmedizin arbeitsmedizinisch zu qualifizieren. Die Ausbildungsinhalte sind jenen der arbeitsmedizinischen fachärztlichen Ausbildung sehr ähnlich, die Ausbildungszeit ist aufgrund der fachärztlichen Vorbildung jedoch verkürzt: Sie beinhaltet 12 Monate in der Inneren Medizin/Allgemeinmedizin sowie 24 Monate in der Arbeitsmedizin. Zusätzlich ist ein Grundkurs in Arbeitsmedizin im Ausmaß von 360 Stunden verpflichtend.

Vielfältige Ausbildungsinhalte für Fachärzte Arbeitsmedizin

Das Fach Arbeitsmedizin ist sehr vielfältig, und das schlägt sich auch in den Ausbildungsinhalten nieder. Zu den fachübergreifenden Inhalten der Ausbildung zählen zum Beispiel:

  • Grundlagen der Epidemiologie, Statistik und Sozialmedizin
  • rechtliche Grundlagen
  • betriebliche Organisationsstrukturen
  • Arbeitsphysiologie
  • arbeitsmedizinische Konzepte
  • sozialmedizinische Beratung
  • Gutachtenerstellung

Selbstverständlich stellen klassische arbeitsmedizinische Fragestellungen einen großen Teil der Ausbildungsinhalte eines Assistenzarztes für Arbeitsmedizin dar: Dazu zählen etwa die Kenntnis arbeitsbedingter Erkrankungen und Berufskrankheiten, wie sie im Sozialgesetzbuch (SGB VII) und in der Berufskrankheiten-Verordnung festgelegt sind, sowie die Zusammenhänge zwischen Arbeit und psychischer Gesundheit. Hier kommen der Analyse, Prävention und Beratung eine große Bedeutung zu.

Einen großen Teil der Ausbildung nehmen allgemeinmedizinische Themen wie die Kenntnis von Funktionsstörungen und Erkrankungen von Organsystemen inklusive Differentialdiagnose und Therapieoptionen ein. Dazu zählt auch, berufsbezogene Risiken zu beurteilen sowie die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit und die psychische und physische Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern zu bewerten.

Die Schwerpunkte Arbeitstoxikologie und umweltmedizinische Risikofaktoren befassen sich mit:

  • toxikologischen Grundlagen
  • Umgang mit Gefahrstoffen
  • Beurteilung von Umweltfaktoren, die gesundheitliche Relevanz am Arbeitsplatz besitzen.

Für Assistenzärzte der Arbeitsmedizin, die zukünftige BetriebsmedizinerInnen sein wollen, ist schließlich der Ausbildungsblock „Betriebliches Gesundheitsmanagement” besonders interessant. Hier werden:

  • Grundlagen der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
  • Beratung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement
  • Grundsätze der Salutogenese (Entstehung und Bewahrung von Gesundheit) und von gesunder Führung
  • die Kenntnis von Instrumenten zur Gesundheitsförderung und die Koordinierung von betrieblichen Präventionsdienstleistern vermittelt.

Weitere Inhalte der Ausbildung als Assistenzarzt Arbeitsmedizin sind die Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen und Berufskrankheiten (Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention). Die (Muster)Weiterbildungsverordnung 2018 der Bundesärztekammer listet alle Inhalte und zu erlangende Kompetenzen im Detail auf.

Einsatzfelder, Karriere und Nachfrage als Arbeitsmediziner

Typische Einsatzorte sind:

  • Externe arbeitsmedizinische Dienste
  • Betriebliche Gesundheitszentren
  • Vorsorge- und Rehabilitationszentren
  • Unternehmen verschiedener Branchen
  • Öffentliche Institutionen im Bereich Arbeitsschutz

FachärztInnen für Arbeitsmedizin werden aufgrund gesetzlicher Vorgaben im Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie wachsender betrieblicher Präventionsanforderungen zunehmend gesucht. Sie können mit einem guten Gehalt als Arbeitsmediziner rechnen. Besonders gefragt sind ÄrztInnen, die neben medizinischer Expertise auch Beratungskompetenz, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Erfahrung in der psychosozialen Betreuung mitbringen.

FAQ Weiterbildung Facharzt Arbeitsmedizin

Die Weiterbildung dauert typischerweise 24 bis 36 Monate, abhängig von Vorbildung und Anerkennung durch die zuständige Landesärztekammer.

Voraussetzung ist die Approbation als Ärztin/Arzt. Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten arbeitsmedizinischen Diensten, in Unternehmen oder Gesundheitszentren und wird von befugten WeiterbilderInnen begleitet.

Weiterbildungsorte sind externe arbeitsmedizinische Dienste, betriebsärztliche Zentren, große Unternehmen mit eigener arbeitsmedizinischer Abteilung oder Einrichtungen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

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