Berufsbild Arbeitsmedizin – Aufgaben, Tätigkeitsfelder & Perspektiven

Facharzt für Arbeitsmedizin

ArbeitsmedizinerInnen spielen 2026 eine zentrale Rolle bei der Gesundheitsvorsorge, Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung. Sie beraten Unternehmen zu arbeitsbedingten Risiken, führen Vorsorgeuntersuchungen durch und begleiten Mitarbeitende in verschiedenen Lebensphasen. Das Fach vereint medizinisches Fachwissen mit Prävention, Beratung und interdisziplinärer Zusammenarbeit – und bietet vielfältige Karrierewege sowohl in der Privatwirtschaft als auch im Gesundheitswesen.

Was macht ein Facharzt/eine Fachärztin für Arbeitsmedizin?

FachärztInnen für Arbeitsmedizin sind SpezialistInnen für die Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken. Ihr Ziel ist es, Erkrankungen und Unfälle im beruflichen Kontext zu vermeiden, frühzeitig zu erkennen und gesundheitliche Belastungen nachhaltig zu reduzieren.

Die Arbeitsmedizin ist damit ein präventiv ausgerichtetes Fachgebiet. Im Mittelpunkt stehen nicht primär akute Krankheitsbehandlungen, sondern Gesundheitsvorsorge, Risikobewertung und betriebliche Beratung.

Zu den zentralen Aufgaben gehören:

  • Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen
  • Bewertung von Gefährdungen am Arbeitsplatz
  • Beratung von ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen
  • Schulungen zu Gesundheits- und Sicherheitsthemen
  • Entwicklung von Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Darüber hinaus diagnostizieren und beurteilen ArbeitsmedizinerInnen Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte gesundheitliche Beeinträchtigungen. Falls erforderlich, begleiten sie auch die medizinische Behandlung.

Ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit ist die Wiedereingliederung erkrankter Mitarbeitender. FachärztInnen arbeiten hierfür interdisziplinär mit Personalverantwortlichen, Sicherheitsfachkräften, TherapeutInnen und Rehabilitationsdiensten zusammen.

Sie empfehlen beispielsweise:

  • Anpassungen des Arbeitsplatzes
  • ergonomische Veränderungen
  • modifizierte Arbeitszeiten
  • alternative Einsatzmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens

Ist eine Rückkehr an den ursprünglichen Arbeitsplatz nicht möglich, unterstützen sie bei der Suche nach gesundheitlich geeigneten Tätigkeiten im Betrieb.

Bedeutung und Arbeitsmarkt 2026

Die Nachfrage nach ArbeitsmedizinerInnen bleibt stabil bis wachsend, da gesetzliche Vorgaben zur Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung in Unternehmen verpflichtend sind. Zudem gewinnen Themen wie psychische Gesundheit im Arbeitskontext, digitale Arbeitswelten und präventive Gesundheitsstrategien zunehmend an Bedeutung.

FachärztInnen mit Zusatzqualifikationen in digitalen Gesundheitskonzepten, Psychosozialer Beratung oder Organisationsentwicklung sind besonders gefragt, was sich in dem entsprechenden Gehalt als Arbeitsmediziner auch niederschlägt.

Wo arbeiten Arbeitsmediziner?

Häufig sind Fachärztinnen und Fachärzte für Arbeitsmedizin direkt in Betrieben angestellt. Eine freiberufliche Tätigkeit oder eine Anstellung in einer Institution, die für Arbeitssicherheit und/oder Umweltschutzzuständig ist, ist aber ebenfalls möglich.

Für eine Tätigkeit als Arbeitsmediziner oder Arbeitsmedizinerin ist außerdem wichtig, die der zahlreichen Verordnungen und Gesetze, die den Arbeitsschutz regeln, zu kennen. Diese juristische „Schlagseite” des Berufes wird von manchen Berufsanwärtern als nachteilig empfunden, ebenso wie der in einigen Tätigkeitsfeldern geringe bis fehlende Kontakt mit Patientinnen und Patienten.

Viele Fachärzte für Arbeitsmedizin sehen es aber als Vorteil an, dass die berufliche Verpflichtung meist auf übliche Bürozeiten beschränkt ist und Wochenend-, Feiertags- oder Nachtdienste nur in Ausnahmefällen anfallen. Dadurch ist es wesentlich einfacher, Familie und Beruf zu vereinbaren, als es in anderen ärztlichen Arbeitsfeldern der Fall ist.

FAQ Berufsbild Arbeistsmedizin

FachärztInnen für Arbeitsmedizin beurteilen arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken, führen Vorsorgeuntersuchungen durch, beraten Unternehmen zu Sicherheit und Gesundheitsschutz und entwickeln Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.

ArbeitsmedizinerInnen sind in Unternehmen unterschiedlicher Branchen, bei externen arbeitsmedizinischen Diensten, in Gesundheitszentren oder bei öffentlichen Institutionen tätig. Häufig arbeiten sie tagesdienstlich ohne Schichtdienste.

Weil Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, Arbeitsmedizin und Prävention sicherzustellen. Zugleich rücken psychosoziale Belastungen und Digitalisierung der Arbeitswelt stärker in den Fokus – was die Nachfrage nach medizinischer Expertise weiter erhöht.

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