Chirurg Gehalt: So viel verdienen Allgemeinchirurgen
Überblick über das Einkommen von Chirurgen und ChirurginnenWie viel man als Fachärztin, Facharzt für Allgemeinchirurgie verdient, ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Das Einstiegsgehalt eines Chirurgen liegt laut Tarif bei mehr als 60.000 Euro brutto pro Jahr.
Kurz-Überblick
Ein Facharzt / eine Fachärztin für Allgemeinchirurgie verdient tariflich zwischen rund 90.600 € und 133.500 € brutto pro Jahr, abhängig von Position (Facharzt bis leitender Oberarzt) und Berufserfahrung. Assistenzärzte starten bei rund 68.700 € brutto im Jahr. Grundlage ist der TV-Ärzte VKA (kommunale Kliniken, gültig ab 1.6.2026) bzw. der TV-Ärzte TdL (Universitätskliniken, gültig ab 1.4.2026). Niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen erzielten laut Statistischem Bundesamt 2023 einen Reinertrag (Median) von rund 197.000 € je Praxis.
Tarifliches Gehalt eines Chirurgen oder einer Chirurgin
Fast alle Ärzte und Ärztinnen in öffentlichen Krankenhäusern und Unikliniken werden nach Tarif bezahlt, und auch das Chirurgen-Gehalt richtet sich in den meisten Fällen nach den Tarifverträgen. Diese können je nach Bundesland und Arbeitgeber variieren. Das Gehalt steigt sowohl mit der Berufserfahrung als auch mit der Position im Krankenhaus. Laut dem aktuellen Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser (TV-Ärzte VKA) verdienen Chirurgen wie folgt (Bruttogehalt pro Monat, gültig 01.06.2026–31.12.2026, zuletzt zum 1. Juni 2026 um 2 % erhöht):
- Assistenzarzt: 5.722 – 7.355 Euro
- Facharzt: 7.552 – 9.699 Euro
- Oberarzt: 9.460 – 10.811 Euro
- Leitender Oberarzt: 11.128 – 11.923 Euro
An einer Universitätsklinik verdienen Chirurginnen und Chirurgen laut TV-Ärzte TdL folgendermaßen (Bruttogehalt pro Monat, gültig 01.04.2026–31.08.2027):
- Assistenzarzt: 5.793 – 7.436 Euro
- Facharzt: 7.646 – 9.577 Euro
- Oberarzt: 9.577 – 11.265 Euro
- Leitender Oberarzt: 11.265 – 12.712 Euro
Aufs Jahr gerechnet ergibt das beim Facharzt-Einstiegsgehalt (Stufe 1) rund 90.600 Euro brutto (VKA) bzw. rund 91.700 Euro brutto (TdL).
Mehr dazu im Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte, TV-Ärzte TdL.
Gehalt als Chirurg: Bei Fachärzten entscheidet nicht die Fachrichtung
Wer als Allgemeinchirug oder Allgemeinchirurgin in einer Klinik oder einem Krankenhaus nach Tarif bezahlt wird, erhält das gleiche Gehalt wie andere Chirurgen oder generell andere angestellte Ärztinnen oder Ärzte, da sich die Eingruppierung in die Entgelttabelle nicht nach dem Fachbereich richtet. Das bedeutet, dass ein Kinderchirurg das gleiche Gehalt beommt wie eine Gefäßchirurgin, eine Viszeralchirurgin hat den gleichen Verdienst wie ein Herzchirurg oder aber wie ein Gynäkologe oder eine Kinderärztin.
Neben dem tariflich festgelegten Gehalt für angestellte Chirurginnen und Chirurgen existiert auch die Möglichkeit, außertarifliche Vereinbarungen zu treffen. Das ist eher in höheren Positionen üblich. Zudem können Chirurginnen und Chirurgen auch eine Tätigkeit neben ihrer hauptangestellten Beschäftigung aufnehmen und sich so ein zweites finanzielles Standbein als Arzt erarbeiten.
Wenn die Fachärzte bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (wie der Kassenärztlichen Vereinigung) arbeiten, sind in der Regel ebenfalls Tarifverträge des öffentlichen Dienstes maßgeblich. Der Lohn eines Facharztes für Allgemeinchirurgie in der Privatwirtschaft kann stark von den Gehältern im öffentlichen Dienst abweichen.
Chirurg: Gehalt als Vertretungsarzt
Im Vergleich zu fest angestellten Ärztinnen und Ärzten verdienen Vertretungsärzte wesentlich mehr Geld. doctari vermittelt bereits seit 2008 ausgewählte Jobs an Ärzte und Ärztinnen. Registrieren Sie sich noch heute bei doctari und steigern Sie Ihr Gehalt und Ihre Work-Life-Balance. Alles über die Tätitgkeit eines Honorararztes finden Sie in unserem Artikel: Honorararzt werden – ist es das Richtige für mich? Die Registrierung bei doctari ist kostenlos und dauert nur zwei Minuten.
Einkommen als Chirurg, Chirurgin mit eigener Praxis
Eine eigene Niederlassung kann für Allgemeinchirurgen schwierig werden, wenn sie keine weiteren beruflichen Erfahrungen oder Qualifikationen vorweisen können. Bei entsprechenden Voraussetzungen kann die Selbstständigkeit eine interessante Alternative zur Klinikanstellung darstellen.
Neben der Selbstständigkeit mit einer Einzelpraxis können Fachchirurgen auch in anderen Modellen (z. B. Jobsharing, Gemeinschaftspraxis) tätig werden oder sich anstellen lassen. Laut der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamts (Destatis) erzielten Praxen der Fachrichtung Chirurgie, MKG-Chirurgie und Neurochirurgie 2023 einen mittleren (Median-)Reinertrag von rund 197.000 Euro je Praxis, bei Einnahmen von rund 508.000 Euro und Aufwendungen von rund 312.000 Euro. Zum Vergleich: Bei Augenheilkunde lag der Median-Reinertrag bei rund 302.000 Euro. Ergänzend weist das Zi-Praxis-Panel für das Berichtsjahr 2022 einen Jahresüberschuss je Praxisinhaber:in von rund 207.000 Euro in der Chirurgie aus.
Die Fachärztin bzw. der Facharzt für Allgemeinchirurgie übt genau wie alle Selbstständigen eine unternehmerische Tätigkeit aus und unterliegt somit dem entsprechenden Risiko, weshalb es für diese Zahlen keine Garantie gibt.
Hinweis: Der Reinertrag entspricht nicht dem persönlichen Nettoeinkommen der Praxisinhaberin oder des Praxisinhabers – Steuern sowie Beiträge zur Alters-, Kranken- und Pflegeversicherung sind darin noch nicht abgezogen.
Tarifsituation und Vergütungspraxis verändern sich regelmäßig und sind stark vom Einzelfall abhängig. Weiterführende Informationen bieten statistische Dienste wie Destatis, Berufsverbände wie der Marburger Bund oder die Entgelttabellen der einzelnen Tarifverträge.
FAQ gehalt Allgemeinchirurgie
Nach TV-Ärzte VKA startet ein Assistenzarzt im ersten Jahr bei rund 5.722 Euro brutto im Monat (rund 68.700 Euro im Jahr), an Universitätskliniken nach TV-Ärzte TdL bei rund 5.793 Euro brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung wächst das Gehalt über sechs Stufen auf rund 7.355 bis 7.436 Euro brutto im Monat.
Laut Destatis lag der mittlere Reinertrag (Median) einer chirurgischen Praxis 2023 bei rund 197.000 Euro je Praxis und Jahr. Dieser Betrag ist aber kein persönliches Nettoeinkommen: Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sind darin noch nicht abgezogen, und die tatsächliche Höhe hängt stark von Praxisgröße, Standort und Kostenstruktur ab.
Im Vergleich zu fest angestellten Ärztinnen und Ärzten verdienen Vertretungsärzte in der Regel spürbar mehr, da die Vergütung meist über dem tariflichen Grundgehalt liegt. Die genaue Höhe hängt von Qualifikation, Einsatzort und Einsatzdauer ab; ein Vergleich lohnt sich über den doctari Gehaltsrechner.

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